Trend Instafit – Inspiration oder Vermittlung falscher Ideale?

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Trend Instafit – Inspiration oder Vermittlung falscher Ideale?
Social Media ist zunächst einfach eine weitere Möglichkeit zur sozialen Interaktion, indem man das Leben virtuell mit anderen teilt. Man fühlt sich seinen Freunden und Followern nahe, weil man auf virtueller Ebene miteinander agiert.

#fitfam auf Instagram

Viele bekanntere Social-Media-Persönlichkeiten, sogenannte Influencer, erreichen mit der Zeit einen Promi-Status. Was früher Boyband-Mitglieder waren, sind heute Instagrammer und Youtuber. Der Begriff Instafame wurde eigens für diese Art von Bekanntheit kreiert. Mit oft mehreren Tausend Followern ist diese Bezeichnung auch durchaus angebracht. Insbesondere in der Fitnesscommunity, der #fitfam auf Instagram, haben sich viele Profile hervorgetan, welche immense Aufmerksamkeit genießen. Reichweite ist hier das Stichwort.
Für viele Menschen sind diese Persönlichkeiten ein Vorbild, ja geradezu ein Idol im alltäglichen Leben. Perfekt inszenierte Körper in einem perfekten Leben, die Frühstückschüssel adrett auf der Fensterbank platziert. Nicht alle Profile drehen sich nur um den Lifestyle. Viele vermitteln auch hochwertiges Wissen zu Ernährung sowie Tipps und Tricks rund ums Training. Zudem teilen sie ihre Erfahrungen, motivieren und spornen mit ihren eigenen Leistungen andere Sportler in der Community an.

An Influencers casual Monday

Man ahmt, oft ganz unterbewusst, durch die tägliche Konfrontation mit Vorbildern, ihre Habits und ihren Lebensstil nach.  Dadurch gerät man nicht selten unter Druck. Der Vergleich mit diesen Persönlichkeiten, den Social Influencern, welche oft mit dem Zauberwort Authentizität getaggt werden liegt nahe. Authentizität: Die Nähe zur Zielgruppe – Das bedeutet, es sind eigentlich Menschen wie du und ich. Dabei sind diese Internetstars Menschen, die auch mal die Couch dem Gym vorziehen weil sie einfach keine Lust haben. Oder für das super schöne Selfie in Wirklichkeit 100 Versuche und 30 Minuten Photoshop benötigen.
Das Problem hierbei: darüber redet (fast) niemand. Die Wand bleibt eingezogen, wie es früher mit Stars und Sternchen aus TV und Musik war. Auf den Profilen erscheint alles makellos. Angefangen vom Waschbrettbauch, der absolute #goals ist, bis hin zum Leben, das eigentlich scheint, als würde keiner dieser Influencer arbeiten, sondern nur reisen, zum Workout gehen und den #perfecttan bekommen. Online betreiben sie alle #cleaneating und haben einen unverschämt gut aussehenden Partner, welcher auch noch nebenbei Profifotograf ist.
Dies birgt die Gefahr, dass man sich als ganz normaler Mensch angesichts all dieser scheinbaren Perfektion minderwertig fühlt. Außerdem werden dadurch oft falsche Ideale und Ziele gesetzt. Es werden Körperbilder vermittelt, die selbstverständlich ästhetisch und sicher auch als schön gelten dürfen, jedoch nicht als Standard gesehen werden sollten.

Authenzität vs. Inszenierung

Aktuell hat sich, gerade in der Fitnesscommunity, eine Art Halb-Expertentum entwickelt. Nicht selten kann man beobachten, dass Influencer mit einer großen Followerzahl eigene Trainingspläne entwickeln und laufend unterschiedliche Supplements empfehlen. Welche Motivation dahinter steckt, ist oft nicht ganz offensichtlich. Ist es der eigene Geltungsdrang, der finanzieller Anreiz oder das ehrliche Bedürfnis “seiner” Community zu helfen?
Seit einigen Jahren nutzen Unternehmen und Marken die Social Influencer als Botschafter. Der Influencer ist somit ein zusätzlicher Kanal, um ihr Produkt und ihre Marke zu verbreiten. Mit kostenlosen Produkttests, Gutscheincodes, Verlosungen und gesponserten Produkten oder Events positionieren sich die Marken so oft als scheinbare persönliche Empfehlung des Instagramstars. Der Influencer erscheint uns wie ein guter Kumpel, weil man ja quasi eh schon sein ganzes Leben kennt.
Doch nicht immer sind diese Empfehlungen tatsächlich so authentisch. Denn seien wir mal ehrlich, ein geschenktes Produkt zu bewerten, oder teilweise sogar für diese Bewertung bezahlt zu werden, ist nicht das gleiche, wie ein Produkt zu bewerten, welches man selbst ausgewählt und gekauft hat. Nicht selten gibt es Absprachen und Aufträge zwischen Influencern, Agenturen und Unternehmen. Hier steht dann unter Umständen eher der monetäre Aspekt im Fokus.
Natürlich ist diese Problematik nicht bei allen Influencern gegeben und es gibt glücklicherweise noch immer eine Vielzahl denen es sich zu folgen lohnt und wertvolle und authentische Tipps bezüglich Training und Ernährung am Herzen liegt.

The Good, the Bad and the Ugly

Abschließend ist zu sagen, dass Social Media als Inspiration, Vorbildfunktion und Orientierung im Fitness-Dschungel dienen kann, sofern es mit einem kritischen Auge betrachtet wird. Die Community und der Influencer als Ansprechpartner ist für viele als tägliche Motivation nicht mehr wegzudenken. Es ist nur wichtig sich selbst bewusst zu sein, dass online vieles mittlerweile ebenso inszeniert und technisch optimiert ist, wie in den klassischen Medien zuvor. Infos und Empfehlungen können und sollen auch gerne selber kritisch hinterfragt werden.
Be happy with who you are: Eifert niemand nach sondern versucht euch stattdessen individuelle Ziele zu setzen, welche zu eurem Leben und eurem Körper passen.
 
#MotivationMonday
 
*Fotocredit: https://www.freepik.com/free-photo/sports-fitness-forest-adult-green-gym_1252621.htm

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