Training trotz Muskelkater?

Macht das Sinn?
Gut gemeinte Ratschläge wie „Muskelkater gehört zum Training wie die (Soja)- Milch zum Kaffee“ oder „Deine Muskeln müssen brennen, sonst hast du nicht hart genug trainiert“ kennen wir alle. Schon von Weitem sieht man den Betroffenen den Muskelkater an. Wir kennen alle die Schmerzen beim Treppensteigen. Beim aufs Klo-Sitzen und generell bei jedem Handgriff. Auf eine ausführlichere Erläuterung über die Qualen können wir an dieser Stelle deshalb auch verzichten.

Es lebe der Schmerz

Ob Muskelkater nun ein Indiz dafür ist, dass du schon lange nicht mehr trainiert hast, eine neue Muskelgruppe beansprucht wurde oder du einfach ein sehr intensives Training hinter dir hast – weißt nur du! Du kannst übrigens auch stolz sein wenn du Muskelkater hast – GRATULATION – du warst immerhin fleißig. Wir alle haben den unvermeidbaren Schmerz schon selbst am eigenen Leibe efahren dürfen. Kein Wunder, dass deshalb viel und heiß über die berühmt berüchtigte Miezekatze diskutiert wird. Mindestens genauso viele (Un)-Wahrheiten kursieren aber auch rund um dieses Thema.

Was Muskelkater ist und wie er entsteht

Muskelkater ist die Folge von Überbelastung. Er entsteht vor allem durch längeres oder schnelleres Training, durch neue Übungen oder mehr Intervalle. Aber auch eine unübliche Bodenbeschaffenheit sowie Gegenwind können Auslöser sein. Muskelkater entsteht vor allem bei exzentrischen Muskelkontraktionen, d.h. die Muskeln werden gedehnt, obwohl sie angespannt sind. Es entstehen winzige Risse in den Muskelfasern, die sich entzünden und langsam mit Wasser füllen. Unangenehme Schwellungen im Gewebe, die bis ins Bindegewebe reichen, sind die Folge. Dieser Prozess kann bis zu einem Tag dauern, weshalb der Muskelkater verzögert eintritt. Ist der Muskelkater erst da, werfen sich einige Fragen auf: Training trotz Muskelkater? Wie wird man ihn schnellstmöglich los? Was kann ich tun?

„Mit dem Trainieren trotz Muskelkater ist es nicht so wie mit dem Reparatur-Bier am nächsten Tag“ 

First things first – Muskelkater kann man nicht so einfach wegtrainieren.

Eine Kater-Prophezeiung besteht deshalb maximal für den Kater im Sinne von Hangover. Das Prinzip des bekannten Reparaturbieres am nächsten Morgen lässt sich auf Sport leider nicht übertragen. Im Gegenteil – wer mit dem gleichen Training wie am Vortag weitermachen möchte, verdient zwar eine Medaille, sollte sich allerdings über Folgendes im Klaren sein:
Es kann bis zu einer Woche dauern, bis man wieder völlig Muskelkaterfrei ist. Je mehr die betroffene Muskelgruppe geschont wird, desto schneller und reibungsloser ist der Heilprozess. Jedes weitere Training kann zu Verletzungen führen.
Ein gänzliches Sportverbot wird allerdings nicht verhängt. Wer sich trotz Schmerzen traut, sollte es in dieser Zeit aber etwas ruhiger angehen. So wird auch die, eh schon beanspruchte Muskulatur, nicht noch mehr strapaziert. Spaziergänge oder ein langsames Joggen sind hier genau richtig.

Feiere den Muskelkater
Sei stolz auf deinen Muskelkater, denn Fakt ist, dass deine Muskeln nur so wachsen.

Die natürliche Reaktion unseres Körpers auf die, beim Training entstandenen Mikrorisse im Muskel, ist eine wahre Wundertat. Statt die überbeanspruchten Fasern nur zu heilen, verdickt unser Körper sie zudem auch. Dadurch werden die Fasern strapazierfähiger. Das wird sich auch schon gleich beim nächsten Workout bemerkbar machen – ihr werdet es sehen.
Das Beste zum Schluss: Nach zwölf Wochen sind die Fasern so gestärkt, dass bei gleichbleibendem Trainingsplan kein Muskelkater mehr entstehen sollte. Das ist ein Zeichen, dass man sich zukünftig etwas mehr zumuten kann 🙂

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